Nordseelauf 2017
von Karin Siegmund

 

 

 


 

Es scheint sich zu einer  schönen sportlichen Tradition der Läufergruppe des SV 1916 Beuna zu entwickeln:

 

Nachdem im vergangenen Jahr die sportliche Herausforderung „Halbmarathon auf Mallorca“ von elf Laufenthusiasten erfolgreich absolviert wurde, war für uns klar, ähnliches im Jahr 2017 zu wiederholen.

 

Und das sind sie nun, diejenigen, die gemeinsam erholsame Urlaubstage mit sportlichen Leistungen verknüpften.

 

Unter dem Motto: „Mach nicht halt – Lauf gegen Gewalt“ nahmen wir Sechs vom 17.06. bis 25.06.2017 am EWE – Nordseelauf teil.

 

Ein Lauf, der 7 Etappen an der herrlichen Nordseeküste incl. ostfriesischer Inseln beinhaltete und  ganz nebenbei ereignisreiche Urlaubstage für uns Beteiligten bereithielt.

 

 

Um es gleich vorwegzunehmen: Jeder Lauf für sich war ein Erlebnis und fand am

Nachmittag oder Abend immer seinen gebührenden Abschluss in unserer Gruppe.

Kein Lauf war wie der andere. Neben Hitze, vor allem an den ersten 3 Tagen, Sturm, Gewittern und Regengüssen warteten selbstverständlich die Läufe an sich mit ihren Herausforderungen auf uns.

 

Die 10 bis 12 Kilometer pro Etappe hatten Überraschungen dabei, die wir so nicht immer unbedingt erwartet hatten.

 

War der erste 10 Kilometer-Lauf im Wangerland/Horumersiel noch mit ungewohnten ca. 3 km Strandlauf direkt am Meer geprägt, so erwartete uns auf der 2.Etappe auf der Insel Baltrum ein Lauf (10,6 km) in glühender Hitze mit einem Auf- und Ab in der Dünenlandschaft vorbei an unzähligen, durch den Veranstalter sehr gut gekennzeichneten Kanichenbaue.

 

Und als ob wir noch nicht genug von Kilometern und herrlichem Sonneschein an den ersten beiden Tagen gehabt hätten, traten wir unsere dritte Etappe (10,8 km) in Greetsiel mit Höchsttemperaturen an.

Nachdem wir uns am Morgen ordentlich gestärkt hatten, nahmen wir auch diese Herausforderung an und liefen durch den wunderschönen Ort bis zum Pilsumer Leuchtturm und auf dem Deich wieder zurück. Die herrliche Landschaft haben wir ganz nebenbei noch genossen und manch einer von uns konnte den leckeren Krabben- und Fischbrötchen auch nicht widerstehen.

 

Der vierte Tag brachte uns allen die langersehnte Abkühlung. Zumindest was die Temperaturen betraf. Denn, wie sollte es anders sein, Wetter ist immer. Nur diesmal brachte Sturm die entsprechende Kälte (18° C) mit sich, die wir eigentlich alle immer wieder gewünscht hatten. Aber so kalt und frisch nun auch wieder nicht, zumal wir erstmals in Dornumersiel an den 12 km kratzten (11,7 km).

Der Lauf an sich war, wie eigentlich alle Läufe, bestens organisiert und landschaftlich wunderschön. Aber auch ganz schön anstrengend. Der Pausentag am Mittwoch wurde eigentlich von allen irgendwie herbeigesehnt.

 

 

 

Mittwoch, der Tag der Laufpause.

 

Aber nicht der Tag der Passivität.

 

Wir genossen den Tag in diesem Sinne und schalteten zumindest geistig vom Laufen ab.

 

Mit einem Kutter schipperten wir nach Wangerooge, der Insel, die nicht zu den ostfriesischen Inseln gehört.

 

Körperlich waren alle, wie sollte es eigentlich auch anders sein, noch gut drauf und hatten die Halbzeit unseres Tourenlaufs vor allem gesundheitlich überstanden.

Die Insel erkundeten wir per Fahrrad unter fachmännischer (besser fachfraulicher) Führung, wobei wir vieles Wissenswerte über die Historie dieser wunderschönen Landschaft erfuhren.

 

War die Hinfahrt mit dem Kutter schon ein Erlebnis, so war die Rückfahrt noch mit einigen Höhepunkten versehen. Vorbei an den Seehundeplätzen, immer darauf achtend genug Wasser unterm Kiel zu haben, steuerten  die beiden „Kutterkapitäne“ dann in etwas tiefere See, um uns noch etwas vom Leben im Wasser zu zeigen.

 

Nach aktiver Erholungsphase galt es den sechsten Tag zumeistern oder treffsicherer die fünfte Etappe erfolgreich zu bewältigen. Irgendwie hatte sich bei uns allen das Erholungsfieber breit gemacht und so richtig wollte keiner daran glauben, dass noch drei Etappenläufe anstehen.

 

 

Ein kurz vor der Fährüberfahrt nach Spiekeroog beginnendes Gewitter machte kurzerhand kehrt und begab sich in Richtung Hamburg, um dort als Unwetter nieder- zugehen.

Dafür hatten wir auf der Insel bestes schwülwarmes Wetter, sengende Hitze und zur Freude aller war es ungewöhnlich windstill. Vom idealen Laufwetter konnte man beim besten Willen nicht reden.

Aber das war nicht die einzige Herausforderung. Es standen 12 km an, die längste Etappe dieser Tour.

Es sollte auch für viele die schwerste Etappe werden. Wir haben auch diese gemeistert und  uns wacker geschlagen.

 

Die ausgezeichnete Organisation bewährte sich auch hier abermals. Aufgrund der heißen Temperaturen wurden kurzerhand extra drei Wasserstellen eingerichtet.

Am Abend leitete ein Gewitter ein wenig die Wetterwende ein. Es wurde etwas kühler und auch nasser.

 

Bevor es zur sechsten Etappe nach Otterndorf, dem östlichsten Ort unserer Tour gehen sollte, wurde im Team im Interesse der PKW-Fahrer kurz entschlossen in Bremerhaven ein Zimmer in einer Jugendherberge gebucht. So wurde zumindest für die letzten zwei Tage eine zusätzliche Kilometerstrecke von einigen Hundert Kilometern, dank der Sperrung des Weser-Elbe-Tunnels, zurück zu unserem zeitweiligen Wohnort in Carolinensiel eingespart.

 

Es tat letztlich unserer Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, es war für alle sechs Läufer ein einmaliges Erlebnis nicht nur gemeinsam zu laufen, sondern auch zu schlafen.

 

Otterndorf, ein Urlauberdomizil, geprägt von Bungalow- und Campingplätzen, umgeben von viel Wasser.

 

Das passte zum eigentlichen Wetter. Es regnete abermals.

Aber nicht während des Laufes. Der Wettergott hatte Erbarmen mit uns. Mit dem Startschuss um 18:00 Uhr hörte es auf und wir konnten die vorletzte

10,6 km – Etappe in Angriff nehmen.

Die zwei Runden wurden in einer landschaftlich abermals schönen Gegend von allen erfolgreich absolviert.

 

Am achten Tag, dem Tag der siebten Etappe, galt es die letzten 10,6 km in Bremerhaven zu bewältigen.

Ein etwas anderer, eigentlich untypischer, Lauf zu allen bisherigen Läufen. Wir sind erstmals alle richtig nass geworden. Aber nicht während des Laufs. Pünktlich hörte es auch diesmal mit Startbeginn auf zu regnen.

 

Untypisch auch deshalb, weil die ersten Kilometer in den Hafenstraßen Bremerhavens und dann der Rest an der Meereskante auf der Promenade bei heftigen Gegenwind absolviert wurden. Dennoch sehr schön und interessant an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeizulaufen.

 

Bei aller Anstrengung hatten wir einen Blick dafür, stand doch am Ende für in sieben Tagen vollbrachte 76,3 Kilometer die Finisher-Siegerehrung in Aussicht.

 

Es war für uns alle ein Erlebnis, nicht nur wegen der sportlichen Herausforderungen und den erbrachten Leistungen.

 

Es war auch deshalb ein Höhepunkt, weil wir uns auch als Menschen näher gekommen sind und viel Spaß und Freude miteinander hatten.

Es wird gemunkelt, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein soll.