Chicago-Marathon
von Renate Großmann

 

 

 

Nach Marathon-Erlebnissen in Berlin (11x), GMRL (20x), New York, Hamburg, Karlsruhe (2x), Frankfurt, Mallorca, Köln, München, Bottwartal, und Dresden

sollte es am 09.10.17 der 40.Chicago Marathon und mein 42. Marathon sein.

Die Anmeldung gestaltete sich ab Februar über den Sportreiseveranstalter INTERAIR (nach positiven Erfahrungen beim NY- Marathon) als problemlos.

Die Reiseplanung konnte beginnen.

Abflug war bereits am Donnerstag, den 29.09.17 mit abendlicher Ankunft am JFK Airport, denn dort wollten wir (meine beiden Söhne und meine Sportfreundin) erst ein paar Tage bei unserer Verwandtschaft verbringen.

Ab Montagmorgen, den 02.10.17 machten wir uns dann per Auto (von der Verwandtschaft) auf den Weg nach Chicago, wobei wir Zwischenstationen in Washington und Cleveland eingeplant hatten. Die Hotels waren schon vom heimatlichen PC aus gebucht worden und alles hat problemlos funktioniert.

Wir kamen dann wie geplant am Donnerstagnachmittag, den 05.10.17 in Chicago an. Die Fahrt zu unserem Hotel war dort um diese Zeit eine echte Herausforderung. Aber unser Navi hat es trotzdem geschafft, trotz einiger Baustellen, uns dorthin zu geleiten.

Am Freitag besuchten wir alle die Marathon-Messe. Der Weg dorthin erfolgte mit einer großen Anzahl an Schulbussen, welche zu diesem Zweck als Shuttlebusse eingesetzt waren. Das funktionierte auch prima.


Ein gemeinsames Foto mit Irina Mikitenko, sie ist seit einiger Zeit mit beim Interair-Team tätig, war ein muss. Sie hat den Chicago-Marathon schon zweimal gewonnen und ihre Bestzeit liegt bei 2:15!!! Sie ist wirklich eine bodenständige Persönlichkeit und war für alle ein Star zum Anfassen und zum Gedankenaustausch.

 

Am Samstagmorgen hatten wir uns für den International 5K gemeldet, der bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen gelaufen wurde. Er diente uns nur zum Warmlaufen für den Marathon am anderen Tag.


Hier gab es auch schon eine erste Medaille.

 

Am Sonntagmorgen um 7:30 Ortszeit sollte der Startschuss sein. Also nicht zu spät ins Bett.

Die Wetterprognosen waren nicht optimal angekündigt. Es sollte ein warmer Tag werden mit Schattentemperaturen von etwa 22 C.

Das Aufstehen am nächsten Morgen um kurz vor sechs war leicht, denn die innere Unruhe bescherte einen leichten Schlaf.

Im Hotel gab es ein gutes Frühstück und danach war der gemeinsame Lauf zum Start mit den anderen Läufern vom Team geplant. Mit jeder Straßenecke wurde es enger und auf der Michigan Avenue quollen Läufer aus jeder Ecke.

Nun wurden die nach dem Anschlag von Boston nochmals erhöhten Sicherheitsvorkehrungen offensichtlich. Es gab Personenkontrollen, fast wie am Flughafen und zur Kleiderabgabe durften nur die vom Veranstalter gelieferten transparenten Beutel benutzt werden. Es war eine tolle Stimmung während die Skyline rund um den Grant Park langsam in der Morgendämmerung erstrahlte.

      

Die Müdigkeit wich langsam einer positiven Spannung. Es war mit knapp 15 Grad Celsius nicht zu kalt. Mit aufsteigender Sonne sollte es beim Laufen aber zu warm werden. Bei Sonnenaufgang war es noch eine halbe Stunde bis zum Startschuss. Jeder begab sich in seinen Abschnitt. Für uns hieß das „Corral E“. Dann wurde die übliche Hymne gesungen, ein alter Kampfjet überflog den Bereich seeseitig und unser Start erfolgte gegen 7:45 Uhr.

Wir hatten uns vorgenommen, den Lauf zu genießen und uns nicht unter Druck zu setz-ten. Einziges Ziel war unter 5 Stunden zu bleiben, was auch für uns realistisch und locker erreichbar sein sollte.

Das Tempo im anfangs engen Läuferfeld passte sofort, denn die Qualifikationszeiten für die Startblöcke wurden vorher überprüft, so dass tatsächlich alle Läufer gleichmäßig liefen. Bald ging es durch die Hochhausschluchten des Finanzdistrikts meilenweit geradeaus gen Norden. Die aufsteigende strahlende Sonne unterstützte die allseits euphorische Stimmung bei Läufern und Zuschauern. Schon war die Halbmarathon-Marke er-reicht und wir waren bis dahin gut unterwegs. Es ging weiter auf der Reise durch insgesamt 29 Stadtteile. Die Verpflegung mindestens alle zwei Meilen war sehr gut.

Ab km 30 wurde es schon ziemlich warm und schwül, da es am Samstagabend noch geregnet hatte, so dass wir ab da jeden Verpflegungspunkt auch zum Erfrischen nutz-ten. Außerdem hatte sich schon seit einiger Zeit mein rechter Fuß mit seinem alten Leiden gemeldet, so dass wir auch ab zu ein Stück gegangen sind. Nach Blick auf die Uhr war das auch kein Problem, es war noch genug Zeit, um das gestellte Ziel zu erreichen.

Ab km 40 hieß es nochmal alles geben was noch zu geben war. Noch einmal rechts und nach einer kurzen aber deutlich spürbaren Steigung wieder links, dann war das Ziel in Sicht.


Tatsächlich – wir haben es wieder mal gemeinsam geschafft 4:49:43.

 

Auch mein Herz hat mitgespielt und mir keinerlei Probleme bereitet, denn ich hatte ja erst Anfang April einen Stent bekommen.

Die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel und es gab Bier, leckere Protein-Drinks, Bananen, Fotos, Medaillen, sogar Eisbeutel zum Kühlen und jede Menge guter Stimmung. Der Weg zu unserem Treffpunkt war ein innerer Triumphzug. Weiter ging es zur „27ten Meile“. So hieß die Ziel-Party mit Live-Musik und einem (weiteren) kostenlosen Bier für jeden Marathon-Läufer über 21. Mit bester Laune und leicht lädiertem Fuß ging es durch die strahlende Stadt zurück zum Hotel.

Am Abend fand dann die von Interair organisierte After-Marathon Party in einem Irish Pup statt. Dort konnten wir bei Getränken und einem guten Buffet unser Lauferlebnis Revue passieren lassen.

Es wurden vom Veranstalter die vielen geschossenen Bilder per Beamer übertragen. Außerdem bekamen zwei Teilnehmer, die ihre World Marathon Major Serie in Chicago beendet hatten, ihre wohl verdiente Medaille überreicht.

Da wir aus dieser Serie, bestehend aus den Marathons, New York, Berlin, Chicago, London, Boston und Tokio inzwischen drei absolviert haben, kreist nun pausenlos der Gedanke in unseren Köpfen, diese Serie auch zu vervollständigen.

Es fehlen noch London, Boston und Tokio, aber das sollte in den nächsten Jahren bei guter Gesundheit auch machbar sein und ich denke, dass dies ein tolles neues Ziel ist. Man muss nicht immer nur neue Bestzeiten aufstellen, jetzt steht der Spaß im Vordergrund und die Zieleinläufe.

Am Montagmorgen ging es dann wieder per Auto über Erie und Syracuse zurück zur Verwandtschaft, wo wir dann noch bis Donnerstag erlebnisreiche und schöne Tage bis zu unserem Rückflug hatten.